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Was ist Diabetes?

Diabetes Typ1 bedeutet, dass du zu viel Zucker im Blut hast. Aber denk daran: Das bedeutet nicht, dass du ihn bekommen hast, weil du zu viele Süßigkeiten gegessen hast!!!

Bei Kindern und Jugendlichen mit Typ1 Diabetes fehlt das Hormon INSULIN.
Das heißt, man spricht von einem Insulin-Mangel-Diabetes, bei dem du das fehlende Insulin ersetzen musst. Bei uns gibt es ungefähr 25000 Kinder und Teens die – wie du – einen Typ1 Diabetes haben.

Wie behandelt man den Diabetes?

Um den Zucker im Blut wieder zu senken also um zu erreichen, dass der viele Zucker wieder aus dem Blut kommt, muss man das verschwundene Insulin ersetzen.


1. Die Behandlung mit Insulin:

Wie kann ich das machen?
  • Du kannst das Insulin nicht schlucken, wie Saft oder eine Tablette, weil es die Verdauungssäfte zerstören würden
  • Du musst es dir deshalb unter die Haut spritzen, weil es so von den kleinen Blutgefäßen aufgenommen werden kann
  • Die Spritze tut fast gar nicht weh und man kann auch gar nichts falsch machen. Oder du hast eine Insulinpumpe, mit der das Insulin durch einen dünnen Schlauch in deinen Körper gelangt. Am Ende des Schlauches ist auch eine Nadel, die 2-3 Tage an der Stelle bleibt, an der du sie in den Körper geschoben hast.

2. Der Diabetes und seine Behandlung wird ab jetzt immer dein „Begleiter“ sein

  • Vielleicht wird es in Zukunft andere Möglichkeiten geben, den Diabetes zu behandeln aber in Moment ist die Insulinbehandlung die einzig mögliche Form. Sie erlaubt dir in allen Bereichen (Sport, Schule Reisen, Beruf) genau so fit zu sein, wie alle anderen kids
  • Die Behandlung wird zuerst hauptsächlich von deinen Eltern und später von dir durchgeführt
  • Der Kinderdiabetologe oder die Kinderdiabetologin ist der Berater/die Beraterin, du kannst ihn/sie mit einem/r Fahrlehrer/in vergleichen ABER BEDENKE: DU sitzt selbst am Steuer. Deshalb ist es wichtig, dass du mit zunehmendem Alter immer mehr über deinen Diabetes weißt und erfährst. Die erste Schulung im Krankenhaus ist wichtig aber nicht ausreichend.

3. Anzeichen eines Diabetes

Das ist bei allen Menschen gleich:

Unser Organismus braucht Energie zum Leben, so wie ein Auto Benzin braucht, um überhaupt den Motor zu starten. Im Auto muss ein Schlüssel gedreht werden, damit das Benzin sich entzünden kann. Das Benzin für unseren Körper ist der Traubenzucker, der auch Glucose genannt wird. So wie das Benzin in den Motor gelangt, kommt der Zucker (die Glucose) in unsere Zellen, die in unserem Körper der Motor sind und die nötige Energie produzieren. Auch hier brauchen wir einen Schlüssel, damit die Glucose vom Blutstrom in die Zellen eintreten kann - ohne Glukose würden unsere Zellen regelrecht verhungern.

Die Höhe der Glukose (also des Zuckers in deinem Blut) kann mit einem Gerät gemessen werden – das nennt man dann den Blutzuckerwert Der Blutzuckerwert ist wichtig, denn er bestimmt die Menge Insulin, die jeder Mensch braucht.


Aber was ist Insulin????

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse - auch Pankreas genannt - hergestellt wird. Insulin funktioniert wie ein Schlüssel, der die Zellen aufschließt, damit die Glukose hineinkommt. Dadurch regelt es den Blutzucker.

Wenn du Diabetes hast bedeutet das:
  • Deine Bauchspeicheldrüse stellt nicht mehr genug oder gar kein Insulin her und dadurch steigt der Zucker im Blut. Dafür gibt es ein ganz schwieriges Wort, man nennt ein zu viel an Zucker im Blut auch Hy-per-gly-kä-mie.
  • Wenn der Blutzucker ganz hoch ist, kommt der viele Zucker mit dem Pipi teilweise wieder aus dem Körper.

a. Zucker im Urin

Normalerweise enthält der Urin wenig oder keinen Zucker, nur dann wenn der Blutzucker immer mehr ansteigt, weil Insulin fehlt und der Zucker im Blut bleibt. Die Niere bekommt das Blut aus allen Organen und damit auch den vielen Zucker, der dann mit Pipi, auch Urin genannt, aus dem Körper geschwemmt wird. Gleichzeitig verliert der Körper aber auch andere wichtige Stoffe wie z.B. Wasser und Salze. Weil keine Glukose in den Zellen ankommen kann, müssen sie „hungern“ und es wird zu wenig Energie zur Verfügung gestellt. Deswegen bedient sich der Körper aus seinem Energiespeicher „Fett“, was er in Energie umwandelt Dabei entstehen Fettsäuren, die in der Leber zu Ketonsäuren umgewandelt wird.


b. Keton im Urin

Ketone das sind Ketonkörper, die im Urin vorhanden sind, wenn dem Körper Insulin fehlt, so dass die Glukose im Blut nicht in die Zellen kommen kann. Da dann keine Energiegewinnung zur Verfügung steht, greift der Körper auf die Fettspeicher zurück. Das heißt Fett wird abgebaut und dabei entstehen Ketonkörper.Oft riecht man das schon wenn man atmet, es riecht so, als hätte man Nagellackentferner getrunken. Man sagt dann es gibt Aceton im Urin (= Insulinmangel). Die Höhe der Ketonkörper kann man einfach mit einem Teststreifen messen, den man unter den Pipistrahl taucht und das Ergebnis direkt abliest.


c. Einige wichtige Anzeichen für eine Hyperglykämie (also zu viel Zucker im Blut)sind:
  • Du trinkst ganz viel und hast immer Durst
  • Du musst ganz oft Pipi machen
  • Du nimmst ab
  • Du fühlst dich oft müde, schlapp
  • Du kannst dich schlecht konzentrieren

Wie wird die Insulinmenge bestimmt?

Glukose (also Zucker) findest du in vielen Nahrungsmitteln. Durch die Verdauung werden die Nahrungsmittel in verschiedene Stoffe zerlegt – auch in Glukose, die durch die Darmwände ins Blut gelangen. Das bedeutet, dass der Blutzucker während und nach dem Essen ansteigt. Und das bedeutet, dass wir alle zu unterschiedlichen Zeiten, unterschiedliche Mengen von Insulin brauchen. Die gesunde Bauchspeicheldrüse gibt rund um die Uhr Insulin in die Zellen ab – auch wenn wir nichts essen. Wir nennen das „Basalinsulin“ beim Diabetes, um es von dem Insulin, was der Mensch nach dem Essen braucht zu unterscheiden.

Die Bauchspeicheldrüse gibt rund um die Uhr Insulin ab, um den Grundinsulinbedarf des Körpers abzudecken. Bei der Insulin-Therapie wird dieses Insulin „Basalinsulin“ genannt und mit langwirkendem Verzögerungsinsulin nachgeahmt bzw. ersetzt. Das heißt, es ersetzt den ständigen Körper-Grundbedarf.

Beim Essen gibt die Bauchspeicheldrüse stoßartig größere Mengen an Insulin ab, um den durch die Nahrungsaufnahme ausgelösten Blutzuckeranstieg zu regulieren. Bei der Insulin-Therapie wird dies „Bolusgabe“ genannt und durch Normalinsulin oder sehr kurz wirkendes Analoginsulin nachgeahmt. Es gelangt sehr schnell ins Blut und hat die Aufgabe, den atark ansteigenden BZ nach einer Mahlzeit schnell abzusenken.

Zu den in der Regel drei Hauptmahlzeiten wird – je nach Menge der Kohlenhydrate und dem aktuellen Blutzuckerwert so genanntes Normalinsulin oder sehr kurz wirkendes Analoginsulin gespritzt. Der Vorteil von diesem häufigen Spritzen ist, dass du relativ frei bist, denn du brauchst keine Zwischenmahlzeiten mehr essen, wenn du nicht willst und Sport und Freizeitaktivitäten kannst du frei bestimmen. Das bedeutet, dass sich die Insulintherapie nach dir und deinem Tagesablauf richtet und nicht umgekehrt.


Wie verteilt sich das Insulin?

Nach einer zuckerhaltigen Mahlzeit gelangt viel Zucker in das Blut. Dadurch braucht der Körper auch kurzfristig mehr Insulin. Wenn die Bauchspeicheldrüse noch voll fit ist und arbeitet stellt sie von alleine das Mehr an Insulin her. Und anders herum, wenn wenig Zuckerhaltiges gegessen wird, braucht der Körper weniger Insulin, das in den Blutkreislauf abgegeben wird. Eine gesunde Bauchspeicheldrüse arbeitet und gibt ungefähr 1-2 Einheiten Insulin pro Stunde ab. So wird der Blutzucker (auch BZ abgekürzt) auf ca. 80 mg/dl gehalten. Weil der Körper nach einer Mahlzeit zusätzlich mit Insulin versorgt wird, steigt der Blutzucker nur leicht an und hat nach 2-3 Stunden wieder seinen ursprünglichen Wert von 80 mg/dl.

Denn das Insulin verhindert, dass der BZ zu sehr ansteigt.

Auch zwischen den Mahlzeiten gibt der Körper normalerweise immer etwas Insulin ab und nach dem Essen bekommt die Bauchspeicheldrüse den Befehl, mehr Insulin abzugeben und danach wieder weniger. Das heißt bei jedem Essen muss mehr Insulin abgegeben werden, der die Zellen aufschließt, damit die Glucose dort hineingelangt und nicht nur im Blut bleibt.


Aber wie weiß die Bauchspeicheldrüse wie viel Insulin sie herstellen muss?

Der Trick ist, dass sie ständig den BZ misst und daher genau weiß, wie viel Insulin der Körper gerade braucht.


Noch einmal zusammen gefasst:

Und so funktioniert das bei dir:

Eigentlich läuft es genauso, denn du brauchst genau so viel oder wenig Insulin wie jemand, der ganz gesund ist. Nur musst DU jetzt die Arbeit deiner Bauchspeicheldrüse übernehmen. Und damit das Insulin auch richtig wirken kann, müssen die Insulineinheiten an dein Tagesprogramm angepasst werden. Um das hin zu bekommen musst du wissen, wie hoch dein BZ ist und das bedeutet, dass du mehrmals am Tag deinen BZ testen musst. Dazu reicht schon ein ganz kleiner Tropfen Blut. Den bekommst du, wenn du mit einer Stechhilfe seitlich in deine Fingerbeere stichst. Keine Angst, man merkt zwar den Einstich aber er tut nicht wirklich weh. In die Mitte solltest du nicht reinstechen, weil dort die Nervenenden des Fingers zusammen laufen und das dann weh tut.Wie das alles funktioniert haben deine Eltern und du bestimmt in der Klinik gelernt. Je nach Wert. Viele Forscher suchen nach einem Gerät, bei dem man die Glukose auf der Haut messen kann oder auch an dem Schwitzwasser. Aber leider ist es bis heute noch niemandem gelungen so ein Gerät zu bauen, auf das man sich richtig verlassen kann.


Wie gelingt dir und deinen Eltern die tägliche Überwachung?

Hypoglykämie (=Unterzucker) und Hyperglykämie (=Überzucker)

Wir haben vorhin gelesen, dass der ganz gesunde Körper immer den Blutzucker misst und deshalb weiß, wie viel Insulin gerade gebraucht wird.

Jetzt musst du auf die Anzeichen achten, die du hast, wenn dein Blutzucker
  • Zu niedrig oder
  • Zu hoch ist

Wenn dein BZ zu niedrig ist (also ungefähr weniger als 60 mg/dl), kannst du dich so fühlen:
  • Schlapp und müde
  • Keine Lust auf gar nichts
  • Zittrig
  • Unruhig
  • Schläfrig

Und du hast / bist:
  • Hunger
  • Bauchweh
  • Kopfschmerzen
  • „Gummiknie“
  • Kannst nicht mehr richtig denken und sprechen

Ganz wichtig ist, dass DU DEINE Anzeichen kennst und so gleich reagieren kannst, wenn du sie bemerkst!


Was sollst du tun?

Du sollst sofort entweder Zucker oder eine Banane essen oder eine Cola oder süßen Saft trinken, denn der Zucker geht super schnell ins Blut und wenn du merkst, dass es dir besser geht, solltest du noch 1 Scheibe Brot essen. Warum das? Damit dein Blutzucker nicht gleich wieder in den Keller geht. Deshalb denk daran: wenn du unterwegs bist, solltest du immer Traubenzucker oder ein süßes Getränk mitnehmen.

Wenn du zu viel Zucker im Blut hast, dann fühlst du dich wie ganz zu Anfang als man dir sagte, dass du einen Diabetes hast. Dann braucht dein Körper unbedingt eine Extraportion Insulin.


Warum ist der Blutzucker nicht immer gleich?

Kein Mensch hat immer den gleichen Blutzuckerwert, denn der Wert hängt von 3 Dingen ab:
  • dem Insulin
  • der Ernährung
  • der Bewegung
  • andere Ursachen

Das Insulin ist ein wichtiges Kontrollelement für den Blutzucker.

Die Behandlung mit Insulin hat die Funktionen:
  • den Blutzucker nicht sehr ansteigen zu lassen
  • und zu verhindern, dass der BZ zu tief ist

Deswegen muss die Insulindosis immer dem jetzigen Blutzucker angepasst werden, die du in einem Blutzuckertagebuch aufschreibst, damit man die Werte gleich sieht und sie mit anderen Tagen vergleichen kann.