NEUES & TERMINE > Berichte > Sommerseminar 2013

Berichte - Sommerseminar 2013

Auch in diesem Jahr waren wieder Kinder und Jugendliche mit Diabetes zur Stoffwechseloptimierung, Motivationsförderung, Schulung und natürlich zu gemeinsamen Aktivitäten in unserem vom Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V. angebotenen Erlebnis-Camp.

Diese Jahr hatten wir 26 Teilnehmer für 21 Tage zu Gast, der jüngste, gerade mal 8 Jahre alt und die Älteste 16 Jahre alt.

Im Vorfeld haben wir uns als Team Gedanken gemacht, wie wir die Gruppen aufteilen und welche interessanten Aktivitäten wir anbieten können.

Am 27. Juli brachten die Eltern ihre Kinder, was immer sehr spannend ist, denn die meisten Familien kennt man schon einige Jahre und wenn man die Kinder 2 Jahre nicht gesehen hat, wundert man sich, wie groß sie geworden sind. Nach Erledigung der Formalitäten und dem Arztgespräch der Eltern, ging es zum gemeinsamen Abendessen. Danach gab es eine kurze Begrüßung, die Vorstellung des Teams und des Ablaufs sowie der Beantwortung aufgekommener Fragen. Da viele der Kinder schon des Öfteren bei uns waren, konnten sie den „Neulingen“ gut “unter die Arme greifen“.

Am Sonntag ging es dann richtig los und ein Teilnehmer beschrieb den Tag so: „Am Sonntag waren wir sehr ausgeruht, voller Elan und das Kennen-lern-Spiel tat super gut. Die Schulung später war sau interessant, es gab tatsächlich Dinge, die waren uns noch nicht bekannt. Alle dort sind sehr lieb – und ich kenn ja die meisten – ob sie Juttchen, Semik Victor oder Jutta heißen. Abends noch bowlen, das hat viel Spaß gemacht und alle haben lange und viel gelacht.

Montags vormittags wurden die Kinder in unterschiedlichen Gruppen geschult und nach dem Mittagessen wurde die Stadt Kaiserslautern erkundet. Abends – nach dem Abendessen – wurden verschiedene AG´s angeboten, an dem jedes Kind/jeder Jugendliche teilnehmen sollte.

Da wir die darauf folgenden Tage so tolles Wetter hatten, entschlossen wir uns, gemeinsam mit den Kindern, mehrmals in „die Wesch“ zu gehen – ein schönes Naturfreizeitbad – in der Nähe unseres Zentrums. Dort konnten die Kinder, neben dem bekannten Schwimmbadspaß auch lernen, wie sich z.B. Pumpe und Schwimmbad vereinen lässt, welche Maßnahmen man ergreifen muss, wenn man sich sportlich betätigt und wie man das Eis im Schwimmbad berechnet.

Ein Besuch im Zoo, Spiele um die Hütte, Schatzsuche, kleinere Wanderungen waren ebenso im Programm der ersten Woche wie gemeinsames Testen, Spritzen, Zimmer aufräumen etc.

In der 2. Woche erwarteten wir ein Drehteam des Südwestrundfunks, da der SWR gemeinsam mit der Spardabank unsere Arbeit durch sein Projekt „Herzenssache e.V.“ tatkräftig unterstützt. Da sehr viele Menschen im vergangenen Jahr gespendet haben, möchte Herzenssache „ihren“ Spendern zeigen, was mit den Geldern passiert und wem es in welcher Weise zu Gute kommt. Daher filmten sie am Vormittag des 06. August einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit. Der Bericht dauerte weniger als 2 Minuten, der Besuch des Filmteams erstreckte sich jedoch über Stunden. Es gab auch Interviews mit der Leitung, dem Arzt und mit einer Teilnehmerin. Natalie, die hierfür ausgewählt wurde, hat sich besonders gut geschlagen und uns sehr beeindruckt. Dieser Vormittag war für die Kinder sehr aufregend.

Die Firma Medtronic stellte uns einige kontinuierliche Glukosemesssysteme zur Verfügung, an Hand derer der BZ-Verlauf über 3 Tage gemessen wurde und Aufschluss über die Versorgung – auch nachts – geben konnten. Auch wenn der BZ sechs bis sieben Mal am Tag gemessen wird, handelt es sich um punktuelle Werte, die zwar bei guter Stoffwechsellage vollkommen ausreichen, bei dauerhaften, starken Schwankungen jedoch meistens nur ungenügend sind. Da diese Systeme relativ teuer sind, auch was das Zubehör betrifft, danken wir Medtronic für ihren unterstützenden Einsatz.

Viele Gruppenschulung aber auch Einzelgespräche wurden durch die Diabetologen durchgeführt, damit jedes Kind dort „abgeholt“ werden konnte, wo es gerade steht und individuelle Themen besser besprochen werden konnten.

„Chill“-Tage gab es natürlich ebenso wie Monte Mare, Kino, Mc. Donald, Fuchsdelle mit Grill und Spielen, Kupfermine und Edelsteinstadt, Stockbrot-Abend, Sportolympiade, Fritz Walter Stadion zum Fußball-Länderspiel, u.v. mehr.

Die Kinder hatten auch alle Hände voll zu tun, die Präsentationen für den Tag der offenen Tür vorzubereiten. Die Bastel,- Musik- und Theatergruppe übte täglich, um am Samstag, dem 10.08. die Eltern zu überraschen. Ein Wort zu euch, liebe Kinder: eure Präsentationen waren toll!!!!!! Die Lieder, gesungen von Jenny und Jana ebenso wie das Lied der 4 jungen Damen: Ridda, Laura, Natalie und Elin. Die Begleitung auf der Gitarre von Marcel, die vielen hübschen Bastelsachen und das von Fabian so genial umgeschriebene Schneiderlein mit Unterstützung von Jonas und den anderen Akteuren. Auch die Versteigerung unter Leitung von Benni und seiner „Gehilfin“ Maike war ein Highlight – dies allerdings mit einem großen Wermutstropfen, denn das gesammelte Geld verschwand noch vor Ende der Veranstaltung spurlos. Als alle Eltern wieder nah Hause fuhren schlossen wir einen weiteren Grillabend für die Kinder an.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Udo Guhl und der Firma Roche, die uns auch dieses Mal- wie die Jahre zuvor – in vielfältiger Weise unterstützt hat. So wurde den teilnehmenden Kindern das Pumpenprobetragen ermöglicht, alles rund um die Pumpe erklärt und mit einem schönen Gewinnerquiz abgerundet. Ich darf an dieser Stelle noch erwähnen, dass sich die Familie Guhl auch privat für „unsere“ Kinder engagiert und wir dadurch eine weitere Aktivität anbieten können.

Die letzte Woche verging wie im Flug und so hieß es bald auch wieder Abschied nehmen. Unter vielen netten Gesprächen mit den Eltern gab es leider auch dieses Jahr wieder Kinder und Eltern, die „vergaßen“ sich zu verabschieden. Ich finde diese Tendenz sehr bedauerlich, nachdem wir alle uns 21 Tage lang intensiv mit Ihren Kindern beschäftigen.

Wie Sie alle wissen, liebe Eltern sind wir keine klassische Reha-Einrichtung mit Festpersonal und ganzjähriger Belegung. Wir kommen aus der Selbsthilfe und organisieren die Sommerseminare bereits seit 1974, seit Entstehung unseres Bundes.

Dazu bedarf es einer großen Organisation im Vorfeld einerseits aber auch Menschen, die bereit sind, sich 3 Wochen auf dieses Abenteuer in ihrem Urlaub einzulassen. Ohne mein Team könnte ich alleine diese Arbeit nicht leisten, jeder ist ein wichtiges Rad in dem Getriebe, vom Kinderdiabetologen bis hin zur Reinemachfrau. Ich bin jedes Jahr dankbar, wenn ich mein Team zusammen bekomme und jeder schaut, wie viele Tage er erübrigen kann, damit die Seminare auch künftig weiter laufen.

Daher schließe ich mit einem herzlichen Dankeschön an unseren medizinischen Leiter Dr. Semik Khodaverdi, an Dr. K. Goitom, Dr. Bleck und Dr. Jessie für Ihren Einsatz. Ebenso bedanke ich mich bei unserer Krankenschwester und Vize-Präsidentin Jutta Katgely für ihren vielfältigen und dauerhaften Einsatz, Benjamin Häusler, Yolanda Ott, Nikolai Appel, den Küchendamen, der Reinigungsfrau und den Helfern im Hintergrund.

Wir hoffen sehr, wir konnten Ihr Kind unterstützen und ihm neben einer schönen Zeit auch etwas Dauerhaftes mit auf den Weg geben.

Allen Anforderungen, die ein Diabetes an Kinder und Jugendliche stellt, immer und zu jeder Zeit gerecht zu werden ist eine ständige Herausforderung, die wirklich nicht leicht zu meistern ist. Ich bin immer wieder beeindruckt wie gut die meisten mit dieser Belastung umgehen, die ihnen doch sehr viel abverlangt.

Ich wünsche allen Kindern, dass sie von unserem Seminar profitiert haben. Ich möchte alle ermutigen auf diesem guten Weg zu bleiben (dazu gehört auch das lästige Tagebuch schreiben).

Schreibt mir, wie es euch geht und auch Sie, liebe Eltern, lassen Sie uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Gerne veröffentlichen wir sie in unserem Journal, wenn Sie dies mögen.

Ihre
Jutta Bürger-Büsing



Der Termin für das kommende Jahr steht bereits fest: das Sommerseminar 2014 findet in der Zeit vom 02.08. – 23.08. 2014 statt.

Da bereits Anmeldungen vorliegen, empfehle ich sich frühzeitig zu entscheiden du anzumelden.