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Berichte - Sommerseminar 2012

3 schöne Wochen mit Kids aus allen Teilen Deutschlands nahmen am 11. August ihr Ende. Doch lasst mich erst einmal von den Ereignissen während dieser Zeit berichten.

Am Samstag, dem Anreisetag, erwachte das Diabetes-Zentrum wieder zum Leben. Bereits vor 11:00h waren schon einige Familien eingetroffen, um ihre Kinder für 21 Tage in unsere Hände zu übergeben. Schon an der Anmeldeliste wusste ich, dass viele „Wiederholungstäter“ darunter waren und dass sich dieses Jahr das dominierende Alter der Kinder ziemlich verschoben hatte. Während sonst die Gruppen der 9-11-jährigen vorherrschend sind, waren es dieses Jahr sehr viele Jugendliche im Alter zwischen 13-17 Jahren.

Das bereitete uns große Freude, denn die Jugendlichen kannten fast alle unser Zentrum und so wusste ich, es würde keine Probleme geben, in der Hinsicht, dass während der Reha-Maßnahme etwas andere Maßstäbe herrschen als zu Hause. Im Vordergrund steht für uns die medizinische Seite und den Jugendlichen beizubringen, wie sie den Diabetes in ihr Alltagsleben integrieren können. Starre Vorgaben, Ver- und Gebote sind nicht unbedingt Dinge, an die sich Jugendliche täglich halten. Daher ist es umso wichtiger, dass sie regelmäßig ihren Blutzucker messen und wissen, welche Insulindosen bei Kohlehydrataufnahme gespritzt werden müssen.

Wir haben dieses Jahr – stärker als die Jahre zuvor – gemerkt, dass sich einige Teilnehmer, neben den angebotenen Mahlzeiten, selbst noch im Zimmer „verpflegten“ mit mitgebrachten oder gekauften Süßigkeiten und Knabbereien. Wir finden dies in gewissem Maße sehr verständlich und viele Jugendliche haben auch bewiesen, dass sie die Balance zwischen essen und spritzen gut im Griff haben. Anderen dagegen gelang dies nicht so gut (was an den Werten zu erkennen war). Wir hoffen, dass wir auch hier durch viele Gespräche Zeichen setzen konnten, zum Wohl der Kinder.

Da wir bereits wussten, dass wir auch dieses Jahr wieder einen Tag der offenen Tür anbieten wollten, an dem die Eltern ihre Kinder und Jugendlichen besuchen, und Interessierte das Zentrum und seine Veranstaltungen kennen lernen konnten, mussten wir uns gleich an die Arbeit machen verschiedene AG´s zu gründen und das Einladungsplakat zu erstellen. Dies machten die Teilnehmer mit großer Freude und es war auch wirklich sehr gut gelungen – wie ich finde! Als AG´s wurden: Musik, Theater, Basteleien und Sport angeboten. Ab Montag begann das medizinische Programm – es standen neben der Versorgung die Schulungen an. Dazu mussten zunächst altergleiche Gruppen gebildet werden, um die Themen, dem jeweiligen Alter angepasst, grob festgelegt werden konnten. Dr. Sven Nipken, Kinderarzt und Leiter der Diabetesambulanz im Westpfalzklinikum Kaiserslautern, zeigte hier in der ersten Woche seiner Betreuung besonderes Geschick, wie die Auswertungen der Kinder-und Jugendbefragungen ergeben haben, in dem sich die Teilnehmer selbst ihre Themen heraussuchen durften. Dies erwähnten einige der Befragten positiv. Von 26 beantworteten Fragebögen (3 Möglichkeiten lachendes Smilie, neutrales Smilie, trauriges Smilie) bewerteten 16 Teilnehmer die Schulung als sehr gut, 2 mit sehr gut-gut, 6 mit gut, eine/r mit mittelmäßig bis schlecht. Natürlich sind Schulungen in den Ferien immer eher langweilig aber sie gehören unabdingbar zu den wesentlichen Grundlagen.

Nach der ersten Woche gab es den Wechsel der Ärzte, so dass die medizinische Leitung wieder in den bewährten Händen von Doc Semik (OA. Dr. Khodaverdi) lag. Beide Ärzte haben sehr schnell das Vertrauen der Kinder erlangt, da sie nicht als Ärzte mit erhobenen Zeigefingern rüberkommen sondern auch Vertrauenspersonen sind, die vieles verstehen und die echtes Interesse an den Kindern und deren Krankheitsverlauf haben und noch dazu sehr sehr kompetent sind. Ich danke an dieser Stelle den beiden Medizinern sehr herzlich für ihr Engagement gegenüber den uns Schutz befohlenen Kindern. Beide haben sich auch außerhalb des Medizinischen mit Ideen und deren Umsetzung voll eingebracht. Dr. Nipken war dieses Jahr das erste Mal dabei und wir hoffen sehr, dass er nächstes Jahr wieder kommt.

Da das Wetter uns dieses Jahr relativ gnädig war, konnten wir Gelerntes gut in Freizeitaktivitäten umsetzen. So durften Besuche im Freibad, Monte Mare, Stadtgänge und Ausflüge nicht fehlen. Auf dem Programm stand daher: Gartenschau, Bowling, Grillen auf dem schönen Waldgelände der Hobby Singers, Bummeln in Saarbrücken, Pizza Hut, UCI Kino, Mc. Donald und er Fahrt nach Sinsheim mit Museumsbesuch und 3D-Kino, exklusive Stadionführung, Stadtbesuche. Da für Kinder das Essen immer super wichtig ist, gab es auch hierzu eine Frage: 22 Kinder fanden es sehr gut, 3 Kinder sehr gut-gut, 1 Kind mittelmäßig.

Zu der Frage, wie den Teilnehmern die Freizeitgestaltung gefallen hat äußerten sich 22 Teilnehmer mit sehr gut, 4 dagegen mit mittelmäßig.

Wir hatten dieses Jahr das Glück einen Karatelehrer zu bekommen, der den Kindern – wenn sie es wollten – einige Grundlagen des Karate beizubringen. Der junge Mann war vor ca. 30 Jahren selbst einige Male als „Kind“ bei uns und hat sich spontan angeboten, den Teilnehmern dieses Sportangebot zu machen, dass er selbst als Lehrer sonst in Sportvereinen tut. In der 2. Woche bekamen wir „Zuwachs“ von unserer Psychologin Astrid, die als Betroffene bestens geeignet ist, die Nöte und Sorgen der Kinder aufzugreifen und mit dem nötigen Rüstzeug zu bearbeiten.

Udo Guhl (Roche Diagnostics) machte es auch dieses Jahr wieder möglich, dass die Kinder Insulinpumpen zum Probetragen bekamen. Diese Möglichkeit wird immer sehr gerne angenommen, denn manche Kinder/Jugendliche können sich einfach nicht vorstellen, wie es ist, ständig einen „Fremdkörper“ an sich zu tragen. Aber nur wenn man die Chance erhält etwas auszuprobieren, kann man danach beurteilen, ob es für einen selbst gut oder eher schlecht ist.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir einen Erste Hilfekurs – abgehalten von einem Lehrer des Roten Kreuzes – angeboten und ich habe mich sehr gefreut, dass das DRK auch dieses Jahr wieder spontan zugesagt hat, einen solchen Kurs in unseren Räumen abzuhalten. Dafür vielen Dank!

Fast jeden Abend fanden die Ag´s statt, Nikolai Appel, einer unserer Betreuer, übte fleißig mit seiner Truppe das Gitarrenspiel und unterstütze „seine“ Sängerinnen musikalisch, Jutta Katgely, ebenfalls Betreuerin, übernahm den Part des Bastelns und stellte mit den Kindern sehr schöne Bastelarbeiten her und meine Wenigkeit war für die Theater AG zuständig. Gott sei Dank hatte ich hier tatkräftige Unterstützung, zunächst in Form von Yolanda Ott, die letztes Jahr bei uns als Betreuerin arbeitete und uns ein paar Tage besuchte, dann aber auch in Form von Carina und Lena, die meine beiden „Choreographinnen“ waren (und ohne die wir wahrscheinlich keinen einzigen Tanzschritt hätten präsentieren können).

Der Tag der offenen Tür war für uns ein großer Erfolg, denn er war geprägt von Zufriedenheit der Kinder, der Eltern und der Gäste. Viele liebe, wohltuende Worte, bestärken uns darin, dass sich die Mühe der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung dieser Art von Reha lohnt. Wir durften an diesem Tag eine Bauchrednerin, einen Zauberer (?!) begrüßen, wurden vom Kochstudio Metzger aus Enkenbach-Alsenborn bekocht (dies zu einem ermäßigten Preis) und präsentierten dem Publikum unsere Darbietungen. Die Kinder und jungen Menschen waren mit sehr großem Eifer bei der Sache, einige der Größeren präsentierten Gesang und Gitarrenspiel, Zimmer 52 (die kleineren jungen Damen) sangen das Lied „99 Luftballons“ auf ihre Weise und die mittleren und Großen spielten und tanzten hervorragend Szenen aus dem Musical „Grease“. Abends wurde noch gegrillt und der aufregende Tag konnte gemütlich ausklingen.

Danach verging die letzte Woche wie im Flug und nach einem letzten Abend mit der Verteilung von kleinen Preisen, unseren Camp T-Shirts, Lagerfeuer, Stockbrot und Marshmallows wurden die Kinder auch schon wieder abgeholt. An dieser Stelle danke ich Ihnen für die vielen Geschenke, die wir bekommen haben

Mein persönliches Resumée:
Es waren schöne 3 Wochen, manchmal ruhig, manchmal aufregend, manchmal musste man schimpfen, manchmal ging´s ohne – gerade wie in einer großen Familie. Fast alle Kinder/Jugendlichen waren sehr hilfsbereit und freundlich, haben sich den Anforderungen angepasst und maßgeblich dazu beigetragen, dass es alles in allem sehr harmonisch war.

Jedes Jahr sind diese 3 Wochen eine besondere Herausforderung für uns, das Team. Wir tragen eine große Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen, wollen jedoch den Kindern auch eine gewisse Leichtigkeit vermitteln. Das ist nicht immer einfach aber ich hoffe, es ist uns auch 2012 zu aller Zufriedenheit gelungen.

Ein besonderes Wort möchte ich noch an mein liebes Team richten:
Ich danke euch allen sehr herzlich für euren Einsatz, eure Unterstützung, Anregung und Mithilfe, dass diese Form der Seminare bestehen bleiben kann. Ich sage danke für 21 Tage unermüdlichen Einsatz, dafür dass ihr eure Urlaubszeit opfert, dass ihr vieles ehrenamtlich tut und dabei noch gute Laune verbreitet lachendes Smilie und wir damit auch im Team gut funktionieren.

Danke an:

  • Dr. Semik Khodaverdi
  • Dr. Sven Nipken
  • Astrid Lang
  • Jutta Katgely
  • Nikolai Appel
  • an die Küchenfeen und die Dame, die für Sauberkeit sorgte
  • u n d
  • Victor

Bedanken möchte ich mich auch bei den Spendern, die es einem Kind ermöglichten, an der Reha-Maßnahme (trotz Ablehnung der Krankenkasse) teilzunehmen.

Unterstützt hat uns die Firma Roche im Bereitstellen der Pumpen, Familie Guhl persönlich, das DRK Kaiserslautern, die Stadt Kaiserslautern durch freien Eintritt im Schwimmbad sowie der 1. FCK mit Führung.

Allen sage ich ein herzliches Dankeschön!

Ich freue mich sehr, von euch Teilnehmern, von Ihnen, liebe Eltern Rückmeldungen zum Seminar oder zu den Kindern bzw. deren Umgang mit dem Diabetes zu erhalten. Dies geht ganz einfach und zwanglos mit einer e-mail.

Wenn Sie Potential sehen, uns in irgendeiner Form zu unterstützen, zögern Sie bitte nicht – wir sind für alles sehr dankbar! Nach dem Seminar ist vor dem Seminar
Herzlichst
eure/Ihre
Jutta Bürger-Büsing

Hier das schöne Lied der jungen Damen aus Zimmer 52

99 Diabetiker
(Melodie: 99 Luftballons von Nena)

Einspann

Hab ihr etwas Zeit für uns,
dann singen wir ein Lied für euch,
von 99 Diabetikern
die hier sind und mit euch feiern.

Instrumental

1. Strophe

Hast du ne BE für mich,
dann spritz ich Einheiten für dich,
für 99 Diabetiker,
die immer überzuckert sind.
99 Diabetiker gingen zum BdKJ,
zu super Doci Khodaverdi,
der sie lehrte über Diabetes.

Instrumental

2. Strophe

Sie lernten viel und hatten Spaß,
man wer hätte das gedacht,
sie waren schlau und gingen heim
und waren glücklich obendrein.
Jutta, Victor, Nico, Juttchen,
ließen alles prima flutschen,
man wer hätte das gedacht,
auch mit Sven hat Spaß gemacht.

Instrumental

3. Strophe

Alte Spritzen gibt’s nicht mehr ,
dafür Pumpen und vielmehr
99 Diabetiker sagen nun Aufwiedersehen,
wir hoffen ihr hattet alle Spaß
und das ist auch jetzt der Schluss
und wir sagen allen Tschüß
kommt gut heim Aufwiedersehen
heute war es wieder schön.

Bilder

Es gab bis heute auch eine Rückmeldung einer jungen Teilnehmerin, „unserem Evchen“, welche ich ebenfalls gerne veröffentlichen möchte. Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, etwas zu „um“schreiben.

Hallo Jutta!
Ich hab was geschrieben für das Heft......ich hoffe,es gefällt dir!

Ich hab geglaubt
Ich hab gehofft
dass es noch ewig geht
Ich hab geweint
Ich hab gefleht
Weil ich nach Hause muss

Wo ist das Camp
Wo sind meine Freunde hin
Sie fehlen
Sie fehlen mir
Ich frag mich
warum es schon vorbei ist

Die Nächte kommen
die Tage gehn
es dreht und wendet sich
Hier sehe ich die vom BdKJ nicht mehr
und ich vermisse sie so sehr

Wo ist das Camp
Wo sind meine Freunde hin
Sie fehlen
Sie fehlen mir
Ich frag mich
warum es schon vorbei ist

Wird alles anders?
Wird alles anders?
Wird alles anders?

Ja ich weiß
Es war ne geile ZeitJa ich weiß
Es war ne geile Zeit
Uns war kein Tag zu lang
Ihr fehlt mir
Nein, oh nein
Es ist vorbei
Es ist vorbei

Du willst nicht hier weg
Du willst nicht hier raus
Du willst die Zeit zurück
Du atmest ein
Du atmest aus

Doch nichts ändert sich
Schau auf den Kalender
Schau auf die Uhr
Ich frag mich
Wo sind die Tage & Stunden hin

Wird alles anders?
Wird alles anders?
Wird alles anders?

Ja ich weiß
Es war ne geile Zeit
Uns war kein Tag zu lang
Ihr fehlt mir

Ja ich weiß
Es war ne geile Zeit
Nein, oh nein
Es ist vorbei
Ja ich weiß
Es war ne geile Zeit
Nein, oh nein
Es ist vorbei
Es ist vorbei

Die Türen sind zu
Es ist schwer zu verstehen
Du siehst hilflos zu wie deine Freunde gehen
Ich seh meine Freundin
umarm sie nochmal
Ich weiß dass es geil war
dass es geil war

Ja ich weiß
Es war ne geile Zeit
Uns war kein Tag zu lang
Ihr fehlt mir

Ja ich weiß
Es war ne geile Zeit
Nein, oh nein
Es ist vorbei

Es ist vorbei
Es ist vorbei
Es ist vorbei
Es ist vorbei

Ich war jetzt schon zum 4. Mal dort und es wird von Jahr zu Jahr besser! Es war so cool, dass es 3 Wochen waren! Das ist viieeel besser als 2 Wochen!!! Auch fand ich besser, dass diesmal die ,,großen" Jungs und Mädels zusammen in einer Gruppe waren und nicht, wie in den vorherigen Jahren, getrennt.So konnte man auch Kontakte mit dem anderen Geschlecht knöpfen. Außerdem waren die beiden Docs einfach klasse! Alles war wie immer super! Danke an alle, die dabei waren!Danke für die wunderschöne und unvergessliche Zeit!

Eva :-)

Für Sie gelesen Am 23. August 2012 fand in Sulzbach eine Pressekonferenz zu dem Thema: Gemeinsam aufklären: Diabetes vorbeugen und verstehen“ statt Hierzu gab es neben der Benennung der Fakten, Häufigkeit der Erkrankungen und Beschreibung der verschiedene Diabetestypen den Slogan: „Gesünder unter 7“