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Berichte - Sommerseminar 2011

Am 16.07.2011 um 11:00 Uhr begann das Sommer-Rehabilitationsseminar des Bundes diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V. Auf dem Programm standen Schulungen und Diabetes-Einstellungen. Aber vor Allem viele Aktivitäten, bei dem es keinem langweilig wurde…

Sicher fragen sich viele: „Warum schicken Eltern ihre Kinder in unsere Einrichtung zu einer Rehabilitationsmaßnahme, und warum möchten Kinder freiwillig hierfür 3 Wochen ihrer Ferien opfern?

Nach einer Auswertung der Aufnahmebögen haben sich die Gründe dafür herauskristallisiert:

Von Seite der Eltern

  • Besserer Umgang mit dem Diabetes
  • Akzeptanz und Motivation fördern
  • Speisen besser einschätzen lernen
  • Wut und Frustration zu verarbeiten
  • Selbstverantwortung fördern für
  • Messen
  • Zwischendurchessen
  • Spritzen
  • Material füllen
  • Tagebuch führen
  • Spritzstellen; Katheter; Kartuschen Wechesel
  • Soziale Integration fördern

Bei den Kindern und Jugendlichen wurden Wünsche angeführt wie

  • Besserer Allgemeinzustand
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Optimierung der Werte
  • Unterstützung, den nervigen Diabetes zu bewältigen
  • Bekanntschaft mit anderen Diabetikern schließen
  • Erfahrungsaustausch
  • Eine/r unter vielen zu sein
  • Trotz Diabetes eine tolle Zeit haben

Diese Schwerpunkte finden sich bei den vom BdJK e.V. durchgeführten Freizeiten, denn die medizinischen und psycho-sozialen Ziele haben sich nicht verändert. Es geht zum Einen um eine qualitative Verbesserung der Diabeteseinstellung in Verbindung mit altersgerechter Schulung und zum Anderen, das gemeinsame Erleben der Kinder und Jugendlichen bis hin zur Bearbeitung individueller Nöte und Ängste.

In unserer langjährigen Arbeit mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und, aus den Rückmeldungen der Eltern können wir positive Entwicklungen feststellen, die sich darin begründen, dass – fernab der Eltern – der tägliche Umgang mit dem Diabetes erlernt werden kann, woraus ein Zugewinn an Erfahrungspotential sowie Selbstvertrauen resultiert. Ängste und Unsicherheiten können in der Gemeinschaft besser bewältigt werden und die Eigenverantwortung kann dadurch besser gedeihen. Das viel gepriesene Modell „learning by doing“ ist bei solchen Veranstaltungen das Mittel der ersten Wahl, denn die Fachkräfte sind immer vor Ort und ansprechbar.

Die medizinische Leitung des Sommer-Seminars lag in den Händen der beiden Kinderdiabetologen Dr. P. Hennes - Universitätsklinikum Homburg, sowie Dr. S. Khodaverdi - OA. Clementine Kinderhospital Frankfurt am Main, bei denen wir uns sehr, sehr herzlich für Ihren Einsatz bedanken. Wieder dabei war auch die Psychologin Astrid Lang, die als Selbstbetroffene, die Nöte der Kinder und Jugendlichen sehr gut nachempfinden kann und die es mit ihrer freundlichen Art immer wieder geschafft hat, kleinere und größere Probleme aus dem Weg zu schaffen. Trotz des lausigen, unbeständigen Wetters während unseres Seminars, konnten wir „unsere“ Kinder mit vielen Freizeitangeboten überraschen. So standen Ausflüge zum Dynamikum in Pirmasens, zum Zoo in Frankfurt am Main, zum Edelsteinbergwerk Idar-Oberstein, der Besuch der Gartenschau, ins Kino, zum Bowling, diverse Stadtbesuche sowie Spiel und Spaß im Freizeit- und Erlebnisbad Monte Mare auf dem Plan. Bei den vielen Bastel-, Sport- und Tanzangeboten, nahmen die Kids mit viel Eifer teil. Der Besuch der Eltern mit der live Kochvorführung war natürlich das Highlight für Kinder und Eltern.

Um ein solches Seminar zu organisieren, braucht es sehr viel Vorarbeit und hoch motivierte, kompetente Betreuer-Innen und Ärzte, die verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Kindern umgehen aber auch ein gewisses Fingerspritzengefühl besitzen. All das haben wir in unseren 3 Betreuerinnen und Betreuern gefunden, die bereits seit mehreren Jahren ehrenamtlich für den BdKJ e.V. ihre Freizeit bzw. ihren Jahresurlaub verbringen. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an unsere langjährige Mitarbeiterin Schwester Jutta Katgely, die im Vorhinein im Krankenhaus so viele Stunden geleistet hat, dass sie uns 3 Wochen zur Verfügung stand, Frau Yolanda Ott, die nicht ganz 1 Jahr in Neuseeland verbrachte, ich schreibe nicht ganz, da sie sonst eigentlich das Seminar hätte nicht begleiten können und Herr Benjamin Häusler, der sich in Ausbildung befindet und dennoch auf den wohlverdienten Urlaub verzichtet hat, um „seine Jungs“ durch die 21 Tage zu führen.

Auf einen ausführlichen Bericht möchte ich an dieser Stelle verzichten, Ihnen aber die Kommentare der Kinder (Gruppenanfertigung) nicht vorenthalten:

1. Gruppe:

Am Anfang war es schon sehr schwer, von unseren Familien Abschied zu nehmen. 3 Wochen ohne unsere Eltern, das ist schon ziemlich lang! Doch spätestens wenn die letzten Abschiedstränen getrocknet sind, man seine Sachen auspackt und dabei mit seinen Zimmergenossen plaudert, weiß man: „so schlimm wird´s schon nicht werden!“ Und so war´s dann auch. Natürlich gab es auch mal Missverständnisse und kleinere Streitereien, aber dann haben wir uns wieder vertragen. Aber eigentlich haben wir uns mit (fast) allen gut verstanden und auch die Betreuer waren sehr nett. Wir haben auch tolle Ausflüge gemacht: wir waren zweimal schwimmen, sind im Wald spazieren gegangen, wir waren in der Edelsteinhöhle, im Dynamikum in Pirmasens und waren auch mehrmals shoppen. Einen weiteren Teil unserer Zeit haben wir mit Lernen zugebracht. Wir haben oft Schulungen gemacht und viel Interessantes gelernt. Jetzt sind die 3 Wochen schon fast rum und wir wollen gar nicht wieder nach Hause.

Alles in Allem war die Freizeit wunderschön, das Essen war lecker, die Leute nett, die Ausflüge toll und die Schulungen interessant. Wir würden es auf jeden Fall weiterempfehlen und haben vor, bald wieder zu kommen.

2. Gruppe:

Wir sind im Diabetes-Zentrum 3 Wochen lang und erleben viele tolle Abenteuer. Wir sind nach Kaiserslautern gereist, um etwas über Diabetes zu erfahren. Unser erstes Abenteuer begann im Zoo. Wir haben alle Tiere gesehen, danach sind wir wieder nach Hause ins Diabetes Zentrum gefahren. Wir sind nach Idar-Oberstein, ins Monte Mar, zweimal wandern, ins Freibad. In Idar-Oberstein sind wir in der Edelsteinmiene gewesen und es hat uns Spaß gemacht. Im Monte Mare hat es Spaß gemacht, weil da eine Reifenrutsche und eine dunkle Rutsche war. Beim Wandern sind wir an den Abenteuerspielplatz und beim zweiten Mal haben wir sogar auf dem Abenteuerspielplatz Schulung gemacht. Im Freibad waren wir vom morgens bis abends.

Das waren die tollsten 3 Wochen in den Ferien!

3. Gruppe:

N.: Ich fand die Kur sehr gut, mit hat am besten gefallen als wir im Freibad waren und habe den Meo sehr gemocht. Ich werde in 3 Jahren wieder kommen, weil das meine Krankenkasse nur zulässt. Tschüss!
J.: Die Kur hat mich sehr kuriert. Am besten gefallen haben mir die Ausflüge in meinem Gebiet. Besonders gut leiden kann ich die ……(wird an dieser Stelle nicht verraten), weil ich mich in sie verliebt habe. Ich komme nächstes Jahr wieder. Tschüss!
A.: Ich fand´s gut hier und mir hat am besten das Freibad gefallen. Am meisten habe ich den J. gemocht, weil er mein bester Freund ist. Ich will nicht das nächste Jahr kommen, aber meine Mutter.
M.: Ich fand die 3 Wochen sehr schön, mir hat alles sehr gut gefallen, vor allem das Dynamikum, das fand ich sehr interessant. Ich hab am meisten das Juttchen gemocht (die Betreuerin), weil Juttchen mit uns viel unternommen hat. Ich fand das Wetter nicht so toll aber dagegen kann man halt nichts machen. Ich werde nächstes Jahr wieder kommen – darauf könnt ihr euch verlassen also macht euch bereit auf mich. Bis bald!
H.: Ich fand es eigentlich wie jedes Jahr cool, nur blöd fand ich das Wetter. Aber daran könnt ihr ja leider nichts ändern… Ich finde es auch gut, dass jetzt Astrid da ist, die mich immer getröstet hat, wenn es mir nicht gut ging, aber auch unsere Betreuerin Yoyo war jederzeit für uns da….
NN.: Die Kur war ein voller Erfolg! Nicht nur dass sich die Werte verbessert haben sondern, wir haben auch viele Sachen unternommen wie z. B, ins Schwimmbad oder in die Stadt zu gehen. Dazu kommt auch noch der gute Umgang miteinander! Vieles hat man auch von seinem Betreuer abschauen können.
NN.: Ich fand das Camp ´11 wieder ein gelungenes Camp mit viel Spaß und vielen neuen Freunden es waren neue Sachen, die man von anderen Diakids lernen konnte.
NN.: Die Kur hat allen geholfen ihre Werte zu verbessern. Alle hatten viel Spaß. Wir alle waren so froh, dass es so cool war. Die meisten hoffen, dass es nächstes Jahr wieder klappt und es wieder so toll wird.
T.: Also die Kur hat mir wirklich gefallen. Ich muss sagen, das hätte ich nicht erwartet. Die 3 Wochen waren lehrreich und haben echt Spaß gemacht… Was mir am besten gefallen hat war, dass man behandelt wurde, als wäre man in einer Familie. Dieses Gefühl wurde mir lange nicht mehr gezeigt.

Ich hoffe, liebe Leser, Sie konnten durch die kurzen und längeren Berichte der teilnehmenden Kinder und jungen Menschen einen kleinen Einblick in das 3-wöchige Sommer-Seminar gewinnen.

Mit euch, liebe Kinder, Jungs und Mädels hat es uns auch sehr viel Spaß gemacht! Ihr ward prima! Und jetzt wünschen wir uns nur, dass ihr das Erlernte nicht vergesst und euch jeden Tag daran erinnert. Damit könnt ihr uns auch prima unterstützen – denn wenn sich eure Werte nicht nur während des Seminars verbessern sondern ihr es schafft auch zu Hause auf das Wesentliche zu achten, sind eure Diabetologen und die Krankenkassen von dem Erfolg überzeugt. Wenn ihr dann auch noch das BZ-Büchlein weiter führt, ist das ein toller Erfolg. Ich weiß, es ist oft nervig aber wenn ihr das schafft, dann könnt ihr wirklich stolz auf euch sein. Also ran an den Speck!

Ein weiterer Dank gilt unseren Sponsoren, die wir gerne alphabetisch aufführen wollen. Dabei sind 2 Privatspender, die wir gerne vorab nennen möchten:

Udo und Heike Guhl, bei denen wir uns auf diesem Wege herzlich bedanken möchten. Herr Udo Guhl ist Außendienstmitarbeiter einer Pharmafirma, kennt und unterstützt uns wo es nur geht und hat mit seiner Ehefrau beschlossen, explizit unsere „Sommerkids“ zu unterstützen. Natürlich haben wir die Spende gleich in ein weiteres Event eingesetzt.

Ein herzlicher Dank gilt auch unseren nachstehenden Förderern:

  • Autohaus Dechent
  • Kreissparkasse Kaiserslautern
  • Peugeot Müller
  • Roche Diagnostics